Aktuelle Liefersituation 2020
Radfahren hält gesund!

Aktuelle Vorlaufzeit per 13.03.2020

Liebe Kunden,

ein neues Fahrrad zu bekommen, ist eine aufregende Sache. Und ein toller Moment im Leben. Niemand kann das mehr verstehen als wir.

Aktuell ist die Zahl der im Vorlauf befindenden Räder wieder gut im dreistelligen Bereich. Unsere Stahl- und Titan-Fahrräder erfahren gerade in Zeiten von Nachhaltigkeit und ökologischen Mobilitätsanforderungen einen regelrechten Nachfrage-Boom. Das ist soviel, wie es in der Regel entweder im Spätherbst (für die Auslieferungen im Frühjahr), oder im Hochsommer ausfällt. Umso mehr sind wir bemüht, die Räder zeitgerecht fertigzustellen. Meistens klappt es, manchmal eben aber auch nicht. Aber nicht deswegen nicht, weil wir nicht konzentriert arbeiten, sondern weil wir wie gesagt unsererseits eine immense Nachfrage nach unseren Stahlrädern erfahren und damit einhergehend stärker denn je von der Lieferfähigkeit seitens Zulieferfirmen für Komponenten abhängig sind. Das führt dazu, dass wir immer wieder für einige Modelle unseren Produktionsplan und Fertigungsablauf ändern und entsprechend anpassen müssen.

Daher meine große Bitte: Habt bitte etwas Geduld. Und bitte nicht verärgert sein, wenn wir die ein oder andere Anfrage nach dem Lieferzeitpunkt nicht zeitnah beantworten können. Das liegt daran, dass wir entweder fokussiert bei der Arbeit sind, oder auch daran, dass wir selbst von Informationen anderer abhängig sind, die sich wiederum zum Teil immer wieder ändern.

Dabei sind die Auswirkungen von COVID-19 – zumindest bei uns – noch nicht angekommen. Alle unsere Mitarbeiter sind gesund und arbeiten unter Vollauslastung. Nach meiner Einschätzung kann es aber im Verlauf des Jahres 2020 zu grundsätzlichen Lieferengpässen gerade im E-Bike Segment kommen, da eben 90% aller Platinen in Motoren, Displays oder Akkus aus China stammen. Es kann aber auch sein, dass sich das Thema entweder mit steigenden Temperaturen des Frühlings von selbst erledigt hat. Oder der asiatische Raum sich schneller erholt, wie es derzeit vermuten lässt. Aber eine erhöhte Volatilität in der Zulieferkette wird bleiben, denn die nächste Welle – gerade im Herbst / Winter wird nicht ausbleiben. Auch bleibt abzuwarten, welche Maßnahmen Deutschland ergreifen wird und wie damit einhergehend die Auswirkungen einer aus dem Takt geratenen inländischen Lieferkette ausfallen werden – so werden beispielsweise ab kommenden Montag, den 16.03. ja auch die Grenzen zu unseren südlichen Nachbarländern für den Personenverkehr geschlossen. Wir werden also sehen…

Positive Nachricht betreffend Campagnolo: Campagnolo mit Firmensitz in Norditalien ist ein strategisch wichtiger Partner von uns, gerade im Segment Gravel. Hier wird bis dato nicht mit Lieferverzögerungen gerechnet.

Fazit: Die Räder sind fertig, wenn sie fertig sind. Wir informieren Sie ohnehin mit einer Woche Vorlauf, wenn das Rad final im Aufbau eingetaktet ist. Derzeit beträgt die Lieferzeit je nach Modell zwischen 4 Wochen und 4 Monaten.

Zudem: Wir werden bis auf weiteres auch keine persönlichen Abholungen vereinbaren – alle fertigen Räder werden ohne Ausnahme nur noch versendet. Persönliche Beratungen werden bis Ende Mai ausgesetzt und erst ab Juni wieder aufgenommen – sofern bis dahin die Sachlage es zulässt. Telefonische Beratungen und gemeinsame Konfigurationen per E-Mail werden natürlich herzlich gerne durchgeführt.

Es grüßt Sie herzlich,

Ihr Andreas Kirschner

Update per 20.03.2020

Liebe Kunden,

ich möchte Sie kurz über unsere aktuelle Situation informieren:
wir sind in der glücklichen Lage, dass wir eine Manufaktur sind – also zum produzierenden Gewerbe gehören – und damit einhergehend unseren Betrieb nicht schließen müssen. Das heisst, wir arbeiten weiter, dies solange wir keinen Covid-19 Fall durch einen Mitarbeiter im Betrieb haben. Auch ist aufgrund des enormen Auftragsbestandes in unseren Büchern das Thema Kurzarbeit kein Thema für uns. Aber wie gesagt, das gilt nur solange wir keine Infektion bei unseren Mitarbeitern erleiden. Unsere Mitarbeiter gehen selbstredend extrem verantwortungsvoll und entsprechend bewusst mit dem Thema um – schließlich sind alle Familienväter. Ausnahmslos fahren wir alle mit dem Rad zur Arbeit.

Der Warenbestand an Teilen hat bei uns – Gott sein Dank – ein sehr solides Fundament. Insofern sind alle Lieferketten, die tragende Säulen unseres Unternehmens darstellen, gesichert. Auch konnten wir uns kurzfristig und glücklicherweise am Markt mit wichtigen Teilen noch weiter eindecken, da andere Hersteller wohl ihrerseits platzierte Orders stornieren haben, die wahrscheinlich vorerst ihre Fertigung stoppen mussten.

Fazit: Wir dürfen arbeiten, haben Material zum Arbeiten und arbeiten mit am schönsten Produkt, das die Welt je hervorgebracht hat – dem Fahrrad!

Bleiben Sie wiederum gesund, bleiben Sie stark, gehen Sie für sich Radfahren (zumindest solange wir wegen ein paar schwarzen Schafen keine Ausgangssperre erleben)! Wir tun hier gleichermaßen unser Bestes, um die Stellung zu halten. Deswegen: alle Räder werden ausnahmslos per Spedition ausgeliefert.

Für den Fall, dass Sie Ihr Rad über Ihren Händler bestellt haben, wenden Sie sich bitte vertrauensvoll an ihn, um die Auslieferung zu besprechen. Denn wir liefern die Räder auch direkt an Sie aus.

Abschließend zum Thema „telefonische Beratung“: Da der telefonische Beratungsbedarf extrem zugenommen hat, möchte ich interessierte Kunden bitten, kurz eine Mail vorab mit einer Proforma Konfiguration zu senden, dann können wir einen telefonischen Beratungstermin vereinbaren. Eine Beratung dauert im Schnitt 30-60 Minuten. Dafür müssen wir uns Zeit nehmen und uns auch vorbereiten. Guckt euch zudem vorab unsere Produktvideos auf Youtube an, da werden sicherlich ein Großteil eurer Fragen schon beantwortet:
Produktvideos zu Falkenjagd und Rennstahl Rädern

Bitte Angaben zur Körpergröße, Schrittmaß / Sitzhöhe und gewünschter Lenkerüberhöhung nicht vergessen!

Es grüßt Sie herzlich,

Ihr Andreas Kirschner

Update per 01.04.2020

Liebe Kunden,

bei uns läuft die Produktion weiterhin auf Hochtouren. Zwar verkürzt sich nach wie vor unser derzeitiger Vorlauf nicht, aber zumindest wird er auch nicht länger. Unsere Produktionskapazität beträgt ca. 20 Räder pro Woche, unser Vorlauf beläuft sich derzeit auf ca. 6-8 Wochen.
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Es grüßt Sie herzlich,

Ihr Andreas Kirschner

Update per 13.04.2020

Liebe Kunden,

ich möchte Sie mal wieder kurz über unsere aktuelle Situation informieren: Erfreulicherweise stehen alle unsere Lieferketten – unserer Einkaufsplanung sei Dank! Wir können uns also in der glücklichen Lage schätzen, dass wir ohne Einschränkungen arbeiten dürfen und können. Diesen Status möchten wir auf keinen Fall gefährden. Wir werden daher auf persönliche Beratungen bis Ende Juni verzichten. Dafür wird es in Kürze ein wirklich seeehr umfangreiches Video geben, dass euch problemlos durch alle Optionen unseres Konfigurators leitet. Somit sollte eine ausführliche Beratung weiterhin gewährleistet sein. Für alle offenen Fragen stehen wir natürlich wie immer auch telefonisch zu Verfügung. Die telefonische Beratung sowie die Anfragen per Mail haben in den letzten Wochen – in der Natur der Sache liegend – extrem zugenommen. Das ehrt uns sehr, dass Sie uns und unseren Fahrrädern weiterhin den Vertrauensvorschuß schenken und Sie Fahrräder bei uns in Auftrag geben, ohne diese vorab gesehen zu haben. Das wissen wir sehr zu schätzen und wir gehen entsprechend verantwortungsbewusst mit der Umsetzung Ihres Traumrades um. Derzeit hält sich der Neu-Auftragseingang mit dem Versand von fertigen Fahrrädern ungefähr die Waage, das sind so ca. 25 Räder die Woche. Daher beläuft sich der Vorlauf unverändert bei ca. 8 Wochen. Der Versand mit den Rädern klappt absolut prima und reibungslos. Eine persönliche Abholung werden wir daher b.a.w. nicht mehr anbieten. Im Gegenzug ist der Versand für Sie nun kostenlos.

Lassen Sie mich noch ein paar persönliche Worte an Sie richten: Die Welt durchläuft massive Veränderungen. Die Auswirkungen der Klimaerwärmung sind ohnehin visibler denn je. Der Preis dieser forcierten Schnelllebigkeit, der Globalisierung und industriell geplanten Obsoleszenz als Basis unseres wirtschaftlichen Handelns mit all seinen Konsequenzen wird uns gerade in Zeiten eines gesellschaftlichen Stillstands vor Augen geführt.

Es wird so sein, dass unsere Wirtschaft aus der COVID19 Pandemie einen ungeheuren Schaden erleidet; wir werden es noch erleben, wer und was alles steht, wenn der Staub sich gelegt hat. Sie ist aber auch Entwicklungsbeschleuniger, ein Katalysator. Sie ist für uns alle Gelegenheit zum Umdenken: es kann nämlich sein, dass wir endlich erkennen, was wirklich wichtig ist in unserem Leben, dass dieses ständige Wachstum eine absurde Idee einer Konsumgesellschaft ist. Es ist an der Zeit zu erkennen, wie wenig wir eigentlich tatsächlich brauchen.

Die aktuelle Situation ist die Chance für einen längst überfälligen Wandel, der den Himmel aufklaren lässt, die Kinder mit längst vergessenen Werten in Kontakt bringt, unsere Gesellschaft enorm entschleunigt, sie kann uns zeigen, wie schnell die Erde bereit ist, ihre Regeneration einzuläuten, wenn wir Menschen Rücksicht auf sie nehmen und sie wieder atmen lassen. Eins der wenigen Dinge, die wir wirklich brauchen, wird immer auch das Fahrrad bleiben. Ein Fahrrad fürs Leben. Das uns auf unserem Weg überallhin begleitet. Für uns war das Fahrrad schon immer das Symbol von Freiheit und Unabhängigkeit. Für Nachhaltigkeit und Mobilität.

Für mich hat die aktuelle Situation die Erkenntnis gebracht, wie viel wertvoller mein Tagesablauf ist, wenn ich die Kinder um mich herum habe. Ich werde sie künftig – irgendwann nachdem wieder Normalität eingekehrt ist – ganz sicher nicht mehr den ganzen Tag im Kinderhort lassen, nur damit ich mich der Firma widmen kann. Natürlich, der Erfolg kam nicht von ungefähr. Aber unser aller Kinder sind unser wertvollstes Gut und verdienen mehr wie alles andere unsere Aufmerksamkeit. Sie sind unser Erbe. Und, ich bin die letzten 2 Monate soviel Rad gefahren, wie das letzte Jahr insgesamt. Und wie viele Radfahrer ich unterwegs treffe… Einfach geil! Ich habe irgendwie kein Interesse mehr, weiter zu wachsen. Es ist vollkommen egal, ob wir in 2020 wieder 1200 Räder wie im Vorjahr umsetzen, oder wie geplant 1500 Stück. Ich spüre nur eins: ich bin wieder Eins mit mir, und das macht glücklich. Auch in einer so merkwürdigen Zeit…

Ich hoffe es geht Ihnen genauso. Bleiben Sie gesund!

Es grüßt Sie herzlich,

Ihr Andreas Kirschner

Update per 21.04.2020

Liebe Kunden,

heute nur ein kurzes Update, viel neues gibt es nicht zu sagen: in Bayern öffnen ja ab nächste Woche wieder die Fahrradläden. Wir werden trotz allem an unserer internen Entscheidung festhalten, definitiv bis Ende Mai / Anfang Juni für den Kundenverkehr geschlossen zu bleiben. Wir waren ja als produzierendes Unternehmen von der Zwangsschließung nicht betroffen und konnten entsprechend durcharbeiten. Der Aufbaudruck ist wieder einmal so mächtig, dass wir es einfach nicht riskieren können / dürfen, dass wir wegen einer Infektion die Fertigung schließen müssen. In einem solchen Fall hätten wir bis mindestens Ende des Jahres zu kämpfen, nur um die Taktung wieder herzustellen. Hier bitten wir weiterhin um Ihr Verständnis. Andererseits funktioniert die telefonische Beratung herausragend gut, es gehen wirklich alle Kunden extrem gut vorbereitet ins Gespräch. Dafür möchte ich auch ganz herzlich bei Ihnen bedanken.

Es grüßt Sie herzlich,

Ihr Andreas Kirschner

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Update per 01.06.2020

Liebe Kunden,

heute nur ein sehr kurzes Update: das Testcenter bleibt weiterhin geschlossen, wir müssen uns auf den Aufbau fokussieren. Der Vorlauf beträgt derzeit ca. 250 Räder, 20 Räder schaffen wir pro Woche, das ergibt ohnehin eine Vorlaufzeit von 12 Wochen. Alle Aufträge, die quasi ab heute eingehen, werden damit ohnehin erst ab September ausgeliefert. Im August wird dieses Jahr die gesamte Firma erstmals wieder seit 5 Jahren in den mehr wie verdienten Urlaub gehen. Wir bitten dies entsprechend zu berücksichtigen.

So wie meine Frau mir bei der Geburt aller unserer Kinder immer wieder sagte „der Kleine ist da wenn er da ist“, verbleibt mir an der Stelle nichts anderes zu sagen: „das Rad ist fertig wenn es fertig ist.“ Am Ende ist es wichtig, dass nicht nur Ihr Freude am Fahren habt, sondern auch wir Freude beim Bauen eurer Räder.

Es grüßt Sie herzlich,

Ihr Andreas Kirschner

Update per 10.06.2020

Liebe Kunden,

das Telefon kann vorübergehend nur zwischen 14:00 Uhr und 16:00 Uhr bedient werden: wir müssen uns neben dem Aufbau vermehrt auf die Einkaufslogistik konzentrieren. Nun machst sich leider bei dem ein oder anderen Zulieferer doch immer wieder eine Covid-19 bedingte Verzögerung bemerkbar. Das führt dazu, dass wir unseren Aufbauplan flexibel anpassen müssen. Für telefonische Beratungen müssen wir ohnehin einen Termin vereinbaren – dies idealer Weise per Mail – damit wir uns entsprechend darauf vorbereiten können. Hierfür ist es zwingend erforderlich, dass Ihr uns vorab eine unverbindliche Proforma Konfiguration zusendet und natürlich auch die wichtigsten Daten wie Körpergröße, Sitzhöhe, Sitzlänge und gewünschte Lenkerüberhöhung. Nur so kann ein zielorientiertes Gespräch stattfinden. Wir bitten um Verständnis.

Hier mal ein schnelles Bild unseres täglichen Warenein- und -ausgangs…

  • Schwalbe, eine von 10 Teilepaletten pro Woche...

Es grüßt Sie herzlich,

Ihr Andreas Kirschner

Update per 19.09.2020

Liebe Kunden,

eigentlich wollte ich mich längst mal wieder mit ein paar Worten an euch gewandt haben. Eigentlich gibt es aber auch das Wort „eigentlich“ nicht. Insofern bin ich wahrlich erschrocken, dass schon wieder 3 Monate vergangen sind seit meinem letzten Eintrag. Zwar denke ich mir regelmäßig jeden Freitag, wo schon wieder die ganze Woche geblieben ist, aber gleich die letzten 3 Monate ?!? Andererseits ist auch enorm viel passiert…. Dazu eins vorab – der Ehrlichkeit wegen: leider waren wir im August – anders wie angekündigt – wieder nicht im Urlaub. Wieder mal nicht…, und das obwohl ich mir schon letzten Sommer fest geschworen hatte, dass uns das nicht nochmal passiert.

Doch wie kam es nun dieses Jahr wieder dazu? Alles fing schon damit an, dass die Nachfrage nach unseren Rädern bereits ab März eine Dynamik annahm, die ich in den kühnsten Erwartungen nicht vorhergesagt hätte. Und das obwohl wir unser Test-Center geschlossen haben, um uns auf den Aufbau zu fokussieren, um dieses Jahr mehr Zeit zum Radfahren zu haben, um auf Kundenemails schneller reagieren zu können, mehr Zeit zum Telefonieren zu haben. Aber wie gesagt, es kam dann alles ganz anders: die Händler verkauften unsere Räder wie verrückt, denn die zügige Verfügbarkeit unserer Räder war bis Anfang Juni uneingeschränkt gegeben, das sprach sich rum. Unser Bedarf war klar festgelegt und unsere Teileversorgung war extrem gut mit unseren Zulieferern vorausgeplant. Nun wurden wegen Covid-19 unsere Räder aber direkt und in jeglicher Preisklasse gleich per E-Mail verbindlich bestellt. Die Mails waren Gott sei Dank sehr gut vorbereitet, die Kunden haben die Konfigurationsvideos sehr gut angenommen. Somit war im Gegensatz zu vielen anderen Marktbegleitern unser bottle-neck nicht die Teileverfügbarkeit, sondern unsere eigene Aufbaukapazität. Ohne uns versehen zu haben, explodierte die Zahl der im Vorlauf befindlichen Räder von sonst max. 200 Stück auf über 350 Räder.

Jetzt mag sich vielleicht der ein oder andere denken, welch Luxusproblem will uns der Herr Kirschner zur heutigen Zeit, wo ganze Industriesegmente unter der Pandemie ins Schwanken geraten, erklären. Auch Luxusprobleme können zu echten Problemen werden, so jedenfalls bei uns. Denn wir sind darauf ausgelegt, so ca. 20-25 Räder in der Woche zu fertigen. Auf immer mehr und immer mehr und immer weiter habe ich halt keine Lust, weshalb wir die Kapazitäten bewusst auf ca. 1200 Räder per anno definiert haben. Aber wenn wochenlang Bestellungen von 50 Rädern und mehr pro Woche einschlagen, hat uns dies in jeglicher Hinsicht jenseits unserer Kapazitätsgrenze katapultiert. Dies mit allen Konsequenzen, das sowohl was Vorlaufzeit anbelangt – momentan sind es immer noch so ca. 220 Räder -, was Reaktionsgeschwindigkeit bei E-Mail Anfragen anbelangt, was Erreichbarkeit am Telefon betrifft. Somit wurde dieses Problem der Überbelastung allgegenwärtig. Teilweise musste ich den Mitarbeitern sagen, das Telefon jetzt einfach mal läuten zu lassen, denn wenn man immer herausgerissen wird, leidet am Ende Qualität und Effizienz gleichermaßen. Auch habe ich bewusst darauf verzichtet, eine automatische Antwort-Email einzurichten, dass die Mail angekommen ist, wir gerade Land unter sind, wir uns zeitnah um Beantwortung bemühen, usw. blablabla. Wenn wir 2 Tage mal keine E-Mails beantwortet haben, waren dann zum Teil über 200 neue Anfragen da, man hatte einfach keine Chance nur ansatzweise dem gerecht zu werden. Auch per heute ist ein gewisser Anteil von Mails noch unbeantwortet.

Wie gesagt, das ist keine böse Absicht, noch haben wir wegen Reichtum geschlossen, aber selbst wenn wir uns hätten alle zweiteilen können, selbst dann hätte dies nicht ausgereicht. Freunde und Bekannte meinten immer wieder, mach doch einfach 2-4 Wochen zu, um alles erstmal abzuarbeiten. Aber dann hätte uns die Lawine komplett zerlegt… Zeitweise kam aus dieser Ohnmacht dann auch in der Firma eine Haltung auf, wie: wenn es eine wichtige Anfrage ist oder wenn ein Kunde unbedingt ein Rad von uns haben will, dann wird er sich schon wieder melden. Und wenn der ein oder andere Kunde nicht kauft, weil er von uns kein Feedback erhält, auch egal – es warten ja gefühlt unendlich in der Reihe. Das ist natürlich ein Abbild, wie wir weder von aussen auch nicht ansatzweise wahrgenommen werden möchten, noch entspricht dies in keinster Weise unseren Firmenwerten. Was ich damit sagen möchte: auch ein „sogenanntes“ Luxusproblem ist sehrwohl ein echtes Problem, und wo helles Licht ist, können auch dunkle Schatten entstehen.

Das erklärt jetzt aber erstmal nur, warum die Wochen und Monate verflogen sind, ohne dass wir ein Gefühl zur Geschwindigkeit der Zeit hatten. Es erklärt noch nicht, weshalb die Mannschaft wieder nicht im Urlaub war: Astrid, meiner Frau, ist klar geworden, dass für uns die Zeit einer Einzelplatzmontage, wie sie bis jetzt stattgefunden hat, abgelaufen ist. Wie bei Kindern, denen auf einmal das Fahrrad zu klein geworden ist. Aber auf eine auf Einzelfahrrad heruntergebrochene Serienfertigung hat mich abgeschreckt, obwohl eine Plattformstrategie unser Rahmen von Anbeginn an Teil unserer Portfoliologik war. Dennoch, die Komplexität einer Fertigungsstrasse hat es schon in sich, vor allem auch was die dazugehörige Logistik anbelangt. Und das in Angriff zu nehmen habe ich gescheut so wie der Teufel das Weihwasser. Doch wie heisst es so treffend: hinter jeder erfolgreichen Firma steht eine starke Frau. Und so hat uns Astrid alle ins kalte Wasser geschubst – Gott sei Dank! Man weiss es zwar, es ist sogar glasklar, aber man scheut einfach diesen letzten konsequenten Schritt, noch dazu in Zeiten, wo für solche Maßnahmen eigentlich so gar keine Zeit ist – aber eigentlich gibt es ja das Wort „eigentlich“ auch nicht. In solchen Situationen pflegt sie mir dann zu sagen: „Es hilft leider nicht, es ist wie mit dem Sterben: es gibt keinen wirklich günstigen Zeitpunkt.“

So ähnlich, nur nicht so hart wie Astrid, (wie ich finde) hat mir mein Vater früher schon versucht das Leben zu erklären: „Andreas, die Hälfte im Leben ist Schicksal, aber die andere Hälfte des Lebens ist eigenes Handeln“. Wie wahr… Denn wo ein echter Wille ist, ist auch Kairos – der griechische Gott der Zeit und des Moments – oft nicht weit. Eine passende Gelegenheit hat nicht lange auf sich Warten lassen. Wir haben die Fertigung in eine neue Halle verlagert, wo genug Platz für das Einrichten einer Fertigungsstrasse vorhanden ist. Somit hat sich (musste sich) die gesamte Mannschaft nochmal zusammenreissen, obwohl der ohnehin verdiente Urlaub zum Greifen nahe war. Die Fertigung wurde zudem in unterschiedliche Montageschritte aufgeteilt. Des weiteren konnten für die unterschiedlichen Fahrradkategorien eigene Montagestrassen aufgesetzt werden. Pinion und Alber Räder verfügen über eine eigenes Fertigungsband, selbiges für Rohloff und Bosch Räder, und Gravel-Räder, MTBs und Rennräder sollen sich schon bald eine weitere dritte Strasse teilen. Die erste Fertigungsstrasse haben wir noch im August abgeschlossen, das zweite Band letzte Woche implementiert.

Während ich so dahinschreibe, wird mir langsam klar wo die ganze Zeit geblieben ist… Ich möchte nur nicht, dass ich diese selben Gedanken über den Verbleib der Zeit an meinem Lebensende führen muss. Was ich damit sagen möchte: Wir haben gehandelt. Wir haben Maßnahmen eingeleitet, und wir haben Geld investiert. Das was uns dieses Jahr widerfahren ist, passiert uns kein weiteres Mal. Komme was wolle! Von daher bin ich mal wieder zuversichtlich, dass wir nächstes Jahr wirklich Zeit haben werden, für Urlaub mit unseren Liebsten, und vor allem – das Wichtigste – genügend Zeit selbst mit unseren eigenen Rädern unterwegs zu sein, und nicht nur von unseren Kunden erzählt zu bekommen, welch schöne Zeit sie mit unseren Rädern hatten. Das freut uns natürlich, erhöht in solchen Zeiten aber unsere Sehnsucht nach Freiheit und Freizeit ins fast Unerträgliche.

Am Ende will ich noch eine Entschuldigung aussprechen: es tut mir Leid, dass wir nicht die Erwartungshaltung in Bezug auf Erreichbarkeit erfüllen konnten, die legitimer Weise vorausgesetzt sein muss. Es tut mir auch für alle Kunden Leid, die vielleicht noch immer auf ihre längst zugesagten Fahrräder warten und nicht Radfahren konnten – ich kann mich da genau hineinversetzen wie das ist. Für mich ist auch klar, dass es den betroffenen Kunden nicht weiterhilft, dass wir erst jetzt die Kapazitäten geschaffen haben, um solche Engpässe in Punkto Lieferzeit und Vorlaufzeit in der Kommunikation künftig auszuschließen. Auch meine Entschuldigung ändert daran nichts. Aber aussprechen wollte ich sie trotzdem.

Zu guter Letzt, ein großes Dankeschön an die Mannschaft, für Loyalität und Ausdauer! Weihnachten machen wir Urlaub.

Hier ein paar Bilder, die zumindest veranschaulichen sollen, dass es nicht nur bei Gedanken geblieben ist…

  • Rahmenvorbereitung

Es grüßt Sie herzlich,

Ihr Andreas Kirschner

Update per 18.10.2020

Liebe Kunden,

heute nur ein kurzes Update: es erreichen uns täglich Anfragen, wann wir das Testcenter wieder öffnen. Eigentlich wollten wir es in ca. 4 Wochen wieder für Kunden zugänglich machen. Jetzt benutze ich schon wieder das Wort „eigentlich“, das es ja eigentlich gar nicht gibt. Mit den Aufbauten kommen wir derzeit sehr zügig voran. Insofern stünde einem Besuch ab Ende November nichts entgegen. Aber wenn die Fallzahlen weiterhin so zunehmen, müssen wir gegebenenfalls die Situation neu bewerten, und vereinbarte Termine wieder kurzfristig verschieben. Vorab können wir aber neue Termine ins Auge fassen. Unsere beiden Fertigungsstraßen laufen derweil nun auf Hochtouren. das freut uns sehr. Kopfzerbrechen bereiten uns hingegen die jetzt schon bekannten Lieferengpässe, die die Zweiradbranche nächstes Jahr überrollen werden. In 2021 wird es für viele nicht das Problem sein, Fahrräder zu verkaufen, sondern die Räder im wahrsten Sinne des Wortes auf die Straße zu bringen. Wir sehen uns für nächstes Jahr sehr gut gerüstet. Dies ist unter anderem aber auch der Tatsache geschuldet, dass wir mit allen Key-Playern am Markt hervorragend vernetzt sind. Nichts desto trotz passiert es auch uns, dass unerwartet Kleinteile wie Steuersätze oder Speichen in einer bestimmten Länge nicht mehr verfügbar sind und ganze Räder wegen „Cent-Artikel“ nicht zur Auslieferung kommen. Aktuell waren es Speichen für unsere Rohloff- Bosch E14 oder Rohloff-Gravel Räder, die dazu geführt haben, dass der Aufbau von ca. 70 Rohloff Rädern nicht nach Plan vollzogen werden konnte und so unsere gesamte Taktung durcheinander gebracht wurde. Ein Ausweichen auf andere Speichen war hier nicht möglich, da für die Rohloff Nabe spezielle Speichen mit einer Bogenlänge von 2,9mm benötigt werden. An dem Beispiel sieht man aber ganz schön, wie winzig kleine Teile große Probleme verursachen können. Aber auch hier geht es nun wieder voran.

Zur Verbildlichung, anbei ein paar schnelle Schnappschüsse vom letzten Freitag: an der einen Strasse hängen die Bosch E14 Räder aus Stahl und Titan, an der anderen Strasse Rohloff Gravel Räder, ebenfalls aus Stahl und Titan …

  • hier lagern im Schnitt immer ca. 200 Sätze
    Laufradlager
    hier lagern im Schnitt immer ca. 200 Sätze

Es grüßt Sie herzlich,

Ihr Andreas Kirschner